EGMR verurteilt Serbien wegen Gewalt gegen neunjährigen Rom 

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Serbien erneut im Zusammenhang mit mangelndem Schutz für Roma* verurteilt. Im aktuellen Fall Pavlović gegen Serbien ging es um einen Fall aus dem Jahre 2016, als der damals neunjährige Rom Robert Pavlović beim Musizieren auf der Straße von einem erwachsenen Mann – einem bei der Stadtverwaltung angestellter Rechtsanwalt – bedroht und ins Gesicht geschlagen haben. Das Strafverfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage von umgerechnet 250 € an einem staatlichen Hochwasserschutzfonds eingestellt, obwohl der Täter nicht einmal Reue gezeigt oder um Entschuldigung gebeten hat. Das Opfer hatte keine Möglichkeit, gegen diese Gerichtsentscheidung vorzugehen. So musste er mit Hilfe des European Roma Rights Centre zehn Jahre lang bis zum EGMR klagen, um Recht zu bekommen. So viel zum staatlichen Schutz vor Gewalt und Diskriminierung im „sicheren Herkunftsland“ Serbien.

Der ERRC berichtet.