Abschiebungen und „freiwilligen Ausreisen“ im ersten Halbjahr 2026

Die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Abgeordneten Clara Bünger (Die Linke) informiert über Abschiebungen und „Freiwillige Ausreisen“ im ersten Halbjahr 2026. Erfreulicherweise hat es insgesamt auch auch in Bezug auf alle Westbalkan-Staaten (mit Ausnahme Montenegros) und Moldau einen Rückgang der Anzahl der Abschiebungen gegeben, verglichen mit dem gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr. Begrüßenswert ist auch, dass mehr Abschiebungen scheiterten, weil Pilot*innen sich weigerten, die abzuschiebende Person mitzunehmen. Das war im ersten Halbjahr 2026 280 mal der Fall, im Gesamtjahr 2025 514 Mal und im Gesamtjahr 2024 nur 342 Mal. Die Anzahl der finanziell geförderten „freiwilligen Ausreisen“ bleibt erwartungsgemäß niedrig für diese Länder.

Abschiebungen
davon
ZielstaatGesamtweibliche Pers.minderjährigZum Vergleich:
1. HJ 2025
Nordmazedonien332150155505
Albanien2983932467
Serbien2969888513
Moldau2558973418
Kosovo1986666326
Bosnien-Herzegowina64114
Montenegro4124

Es wurden 30 ukrainische Staatsangehörige abgeschoben, 28 davon waren Überstellungen im Rahmen der Dublin-III-Verordnung. Es gab keine Abschiebungen in die Ukraine.

Mit REAG / GARP geförderte „Freiwillige Ausreisen“
StaatsangehörigkeitPersonen
Nordmazedonien162
Albanien84
Serbien82
Kosovo78

„Freiwillige Ausreisen“ mit finanzieller Förderung der Länder oder Kommunen
StaatsangehörigkeitPersonen
Nordmazedonien157
Albanien83
Serbien81
Kosovo93
Moldau63

„Freiwillige Ausreisen“ mit finanzieller Förderung von „Starthilfe Plus“ für Wohnen und Medizin
StaatsangehörigkeitPersonenGesamtsumme
Nordmazedonien275.499,91 €
Albanien173.996,11 €
Montenegro64.495,87 €
Serbien41.499,99 €

„Freiwillige Ausreisen“ mit Grenzübertrittsbescheinigung
StaatsangehörigkeitPersonen
Albanien639
Nordmazedonien533
Kosovo396
Serbien359

Es wurden auch Angaben zu Charter-Abschiebungen abgefragt. Diese kosten regelmäßigen um die 100 000 € und werden oft von zahlreichen Polizist*innen begleitet. So wurden am 6. Mai 35 Personen nach Albanien und Kosovo abgeschoben, begleitet von 57 Polizist*innen. Kostenpunkt: 140 500 €.


Die angefragten Informationen zu den Fluggesellschaften, die Sammelabschiebungen in Form von Charterflügen durchführen, wurde as „Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft. Das heißt, dass nur Bundestagsabgeordnete diesen Teil der Antwort einsehen dürfen. Informationen zu den Fluggesellschaften und zu anstehenden Terminen finden sich jedoch auf der Seite „Deporation Alarm“, die auch in zahlreichen sozialen Medien vertreten ist und regelmäßig in den Sprachen der betroffenen Länder über anstehende Abschiebungen informiert. Auf der Homepage von grenzueberschreitungen.blog habe ich einen Link zu einer Suchabfrage für Abschiebungen in die Westbalkan-Staaten und nach Moldau eingefügt.

Wer vergleichen will, findet hier die entsprechenden Anfrage zum 1. Halbjahr 2025.